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Ein Tag in Marrakesch

Was sollte man in Marrakesch nicht verpassen? Was kann man in Marrakesch unternehmen? Wo gibt es das beste Essen in Marrakesch? Damit ihr nichts verpasst, gibt es hier eine Übersicht mit vielen Tipps zur Touristenhauptstadt Marokkos!

MORGENS

Guten Morgen! Und willkommen in Marrakesch – einer der lebhaftesten und buntesten Städte Marokkos! Hier gerät man sehr leicht in einen rauschenden Strudel aus farbenprächtigen Stoffen, aromatischen Gewürzen und trubeligen Gassen.

Um sich einen Überblick über die wuselige Stadt zu verschaffen, startet man seinen Tag am besten mit einem marokkanischen Minztee oder einem leckeren Kaffee – und zwar auf einer der tausend-und-einen Dachterassen der Stadt! Oft bieten die Riads selbst ein schmackhaftes Frühstück an – inklusive Dachterasse oder kühlen Innenhof, je nach Wetterlage.

Dachterasse in einem der vielen Riads

Wer auf Süßes steht: In Marrakesch gibt es viele kleine Bäckereien und Straßenverkäufer, die kleine (extrem!) süße Leckerbissen verkaufen. Dieser Zuckerschock macht bestimmt wach!

Bevor ihr die Medina stürmt, wählt noch ein geeignetes Outfit. Männer haben es wie immer etwas einfacher. Aber welche Kleidung ist für Frauen in Marrakesch geeignet? Kann man in den super-heißen Sommermonaten als Frau in kurzen Shorts durch Marrakesch laufen? Ja – man kann. Angenehmer ist jedoch ein langer luftiger Rock – passt auch fototechnisch besser zur orietanlischen Kulisse 😉

VORMITTAGS

Starten wir unseren Ausflug in das Herz Marrakeschs – den Souks. Eines kann ich euch vorweg garantieren: Ihr werdet euch verlaufen. Und da hilft euch auch Google Maps nicht mehr – denn in den vielen verwinkelten Gässchen spielt das GPS-Signal verrückt. Aber das ist nicht weiter schlimm – was wären die Souks ohne das Sich-Treibenlassen?

bunt, bunt, bunt

Marrakesch mit seiner alten Stadtmauer, orienatlischen Gerüchen, Mosaiken – auf den ersten Blick denkt man, man wäre in einem Freizeitpark! Es scheint alles so surreal.

Wie schafft man das?

Auf dem Basar gibt es einfach alles – was zum Essen, was zum Anziehen, was zum Verschenken. Natürlich werden die Händler über euch herfallen – aber, das war auch für mich überraschend: Ein „Nein“ wird meist ohne Weiternerven akzeptiert und der Händler belagert den nächsten Touristen.

Um eure ganzen Souvenirs und Einkäufe zu verstauen, könnt ihr euch einen der bekannten Basttaschen- und Körbe besorgen. Bunte Bommel und Schriftzüge – ihr könnt die Körbe nach eurem Geschmack gestalten lassen. Natürlich gilt auch hier so wie überall in Marrakesch: Verhandelt!

bunte Körbe

 

Nach dem Trubel auf den Souks könnt ihr die schönen Innenhöfe des Bahia-Palasts bestaunen. Aber auch hier gibt es oft auch große Menschenmengen. Es lohnt sich trotzdem, denn die wunderschönen Mosaike entschädigen dafür.

Bahia-Palast
Bahia-Palast

Nicht weit vom Bahia-Palast befinden sich die Ruinen des Badii-Palasts. Auch diese sind sehenswert, allerdings sind es Ruinen. Es kommt darauf an, was euch besser gefällt und mehr interessiert.

Badii-Palast

Bahia-Palast oder Badii-Palast?

Der Bahia-Palast ist insgesamt kleiner, hat mehr Besucher aber dafür schöne Moskaikwände, bunter Fenstergitter, kühle und grüne Innenhöfe. Der Badii-Palast ist sehr viel weitläufiger, es gibt weniger Besucher bzw. verteilen sich diese besser. Allerdings besteht der Badii-Palast aus ockerfarbenden Ruinen, hat keine Mosaike, dafür aber eine Aussichtsplattform über die Stadt! Vom Eintrittspreis sind beide Sehenswürdigkeiten gleich teuer.

Badii-Palast

MITTAGS

Zeit für eine kleine Pause. Die Sonne steht hoch am Himmel, jetzt ist es sowieso viel zu heiß um etwas zu unternehmen. Zur Erfrischung könnt ihr euch an einem der vielen Fruchtsaftstände auf dem zentralen Platz Jama El f’na einen frischen Saft pressen lassen. Aber Achtung: Viele Händler haben vorgefertigte, mit Wasser „gestreckte“ Säfte. Achtet darauf, dass der komplette Saft frisch gepresst wird!

Wer etwas zwischen die Zähne braucht, kann besipielsweise einen Stopp im Café Des Épices einlegen – dort hat man eine tolle Sicht über die Medina. Günstiger isst man allerdings etwas außerhalb der Altstadt in den Straßengrills – sehr lecker, auch wenn es oft nicht so einladend aussieht. Für Hipster bietet sich das Café La Famille mit seinem ruhigen Innenhof an!

Erfrischend sind auch die aufgeschnittenen Orangen mit Zimt – die gibt es so gut wie überall!

Wer lieber noch ein bisschen Bummeln möchte, aber keine Lust auf den Basar hat – es gibt einen Künstlermarkt, den Ensemble Artisinal im Westen der Stadt. Direkt gegenüber ist auch ein großer Park (Cyber Park) – für diejenigen, die sich nach den ganzen Lehmwenden mal nach etwas Natur sehnen.

NACHMITTAGS

Die Mittagspause ist vorbei, weiter geht’s! Diesmal machen wir uns auf in den Norden der Stadt – und zwar in die Yves-Saint-Laurent-Gärten (Jardin Majorelle). Ursprüngich wurde der Garten von dem Künstler Jacques Majorelle erschaffen, und später von dem französischen Modedesigner Yves Saint Laurent aufgekauft. Der Garten ist eine Oase aus exotischen Pflanzen, Wasserspielen und dunkelblauen Steinelementen. Eine willkommene Abwechslung – wären da nicht wieder die tausend anderen Menschen 😉

Den Garten erreicht man über einen längeren Fußmarsch von der Medina (ca. 30 Minuten einplanen) oder mit dem Taxi.

 

Anschließend solltet ihr unbedingt die Koranschule (Medersa Ben Youssef) im Zentrum besichtigen – leider war diese während unseres Besuchs geschlossen. Die Bauarbeiten dauern noch an, aber ich drücke euch die Daumen, dass ihr sie besichtigen könnt – sie muss ein Highlight sein und sollte bei einem Marrakesch-Besuch nicht fehlen.

Wer lieber relaxen möchte, kann stattdessen ein traditionelles Hammam besuchen. leider kann ich euch keine Empfehlung aussprechen, da unser Besuch ein Griff ins Klo war. Am besten ihr fragt einmal in eurer Unterkunft nach!

Nun noch zu einigen Sehenswürdigkeiten, die immer wieder empfohlen werden, die ich aber total überbewertet finde und die ihr euch sparen könnt:

Haus der Fotografie: An für sich ein sehr hübsches, kleines Gebäude mit einer netten Dachterasse inklusive Café. Allerdings sind die Fotos, die hier ausgestellt werden nicht der Rede wert. Ebenso ist der Eintrittspreis von 5 Euro happig dafür.

Dachterasse im Haus der Fotografie

Saadier-Gräber: Im Stadtteil Kasbah gelegen. Total überlaufen, und es sind halt Gräber – die man von außen ansehen kann. Man kann die Gebäude nicht einmal betreten, nur den Innenhof. Außerdem steht man sehr lange an, um einen Blick auf die „Steine“ zu erhaschen. Auch der Eintrittspreis (ca. 7 Euro) ist total übertrieben!

Jardins d’Agdal: Im Süden am Rande des Stadtteils Kasbah gelegen, ein riesiger Garten, der nicht zugänglich ist und an dessen Ende  sich ein großer Teich voller Karpfen befindet. Wir haben den Fehler gemacht und sind zu Fuß dorthin gelaufen – es dauert Ewigkeiten! Vom Süden Kasbahs sind wir bestimmt 45 Minuten eine eintönige ockerfarbene Straße entangegelaufen, um zu diesem Karpfenbecken zu kommen. Sonnenbrand inklusive. Hier gibt es wirklich nichts zu sehen… Zum Glück konnten wir per Anhalter zurückfahren.

Highlight für Karpfenfreunde

ABENDS

Gibt es etwas Schöneres, als den Abend mit einem leckeren Abendessen ausklingen zu lassen? Ich habe zwei Empfehlungen für euch, je nachdem wonach euch der Sinn steht.

Variante 1: Entspannt & gehoben & mit Blick über Kasbah

La Table de la Kasbah – wirklich, ein ausgezeichnetes Restaurant mit super leckerem Essen. Hervorragend sind die Tajinen (Preis ca. 10 Euro pro Gericht). Was noch besser ist: Der Blick auf die angestrahlte Moulay el Yazid Moschee und die schön dekorierte Dachterasse.

Adresse: 23 Rue de La Kasbah, Marrakesh 40000, Marokko

Variante 2: Trubelig & günstig & mittendrin

Wer es lieber etwas wuseliger mag, kehrt gegen Abend zum Jama El f’na zurück. Dort sind mittlerweile neben den vielen Saftständen auch hunderte Essensstände aufgebaut. Jeder Stand hat eine Nummer, aber die Stände sind nicht der Reihe nach aufgebaut (also Stand 1 steht nicht zwangsläufig neben Stand 2).

Stand nr. 14

Empfehlen kann ich hier Stand 14. Auf den ersten Blick unscheinbar, aber es gibt super leckeren Fisch zu wahnsinnig günstigen Preisen. Hier essen auch viele Einheimische!

NACHTS

Gestärkt geht es nachts noch auf die Rolle, oder? Schließlich müssen die angehäuften Kalorien wieder weggetanzt werden. Abhilfe bietet der Club 555 vor den Toren Marrakeschs. Hierhin gelangt ihr am besten mit dem Taxi.

Adresse: Avenue Mohammed VI, Marrakesch 40020, Marokko

Der Club ist in drei Bereiche eingeteilt. Es gibt einen Außenbereich mit Pool – hier finden auch öfters Pool-Partys statt. Daneben gibt es eine große Bar mit Shishas und Tanzfläche. Im Keller ist dann der richtige Club – mit glitzerendem Dancefloor! Etwas seltsam sind die Liveacts im Club – als wir da waren tanzten dort kleinwüchsige Gladiatoren. Warum? Keine Ahnung. Als Frau zahlt man keinen Einritt (natürlich ;-))

Nach so einem anstrengenden Tag fällt man total kaputt ins Bett. Und wünscht sich vielleicht für den nächsten Tag ein bisschen mehr Entspannung. Dies könnte die Küstenstadt Essouira bieten – mehr dazu im nächsten Blogpost!

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