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Wie ist es eigentlich so… Kokablätter zu kauen?

In den Andenstaaten wie Bolivien, Peru oder Kolumbien kann man sie beutelweise kaufen – aber wehe, du versuchst sie über irgendeine Grenze zu transportieren! Gemeint sind Kokablätter – ja, genau die Blätter, aus denen Kokain hergestellt wird.

Sind Kokablätter legal?

Kokablätter nach Deutschland einzuführen ist strafbar – man verstößt gegen das Betäubungsmittelgesetz. In Bolivien jedoch hat gefühlt jeder sein eigenes Plastiktütchen mit den grünen Blättchen dabei, und man sieht kaum jemanden der nicht auf den Blättern herumkaut. Egal ob als Tee („Mate de Coca“) oder einfach so: Wer nach Bolivien reist, kommt an Kokablättern sowieso nicht vorbei. Und das Beste: Kokablätter sind hier ganz legal!

Wie schmecken Kokablätter?

Wie schmecken die Dinger denn nun? Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es wäre das Geilste, was ich jemals gegessen hätte. Die Blätter schmecken recht bitter. Einige kaufen sich zusätzlich zu den Blättern eine kaugummiartige süße Masse aus Mineralien oder Asche (klumpenartig) und essen sie zusammen mit den Kokablättern, damit diese nicht so bitter schmecken. Wenn man sehr doll kaut (Anfängerfehler;-)) bleiben die Stückchen schnell zwischen den Zähnen hängen. Und irgendwann, nach ein paar Wochen oder auch schon Tagen, wird einem irgendwie übel von dem Geruch und Geschmack. Denn in Bolivien riecht gefühlt alles nach Kokablättern.

Was bewirken Kokablätter?

Kokablätter betäuben den Mundraum leicht. Aber die Gründe, warum so viele Südamerikaner die Pflanze verzeheren, sind andere: Kokablätter sollen gegen Hunger, Kälte und Müdigkeit helfen. Außerdem wird gesagt, dass sie der Höhenkrankheit vorbeugen – das ist besonders wichtig, wenn man sich in den Anden teilweise auf 4.000 oder 5.000 Metern Höhe befindet. Ich bilde mir auch ein, dass es etwas gebracht hat – selbst wenn es am Ende vielleicht doch nur der berühmte Placebo-Effekt war.

Machen Kokablätter abhängig?

Wenn aus den Pflanzen Kokain hergestellt wird, macht dann das Kauen von Koka-Blättern süchtig? Nope – dafür ist in den paar Blättern, die man so kaut, viel zu wenig drin. Speichel und Magensäure tun ihr Übriges: Sie wandeln die maximal 2 Prozent Kokain, die in den Blättern enthalten sind, in den Stoff Ecgonin um. Dieser ist milder und weniger suchterzeugend.

 

 

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