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Salvador da Bahia: Bonfim – Monte Serrat – Boa Viagem

Wer genug vom Trubel Pelourinhos hat, dem empfehle ich einen entspannten Spaziergang durch die Stadtviertel Bonfim, Monte Serrat und Boa Viagem im Norden von Salvador da Bahia!

Startpunkt: Basílica do Senhor do Bonfim

Ausgangspunkt für unseren kleinen Ausflug war die Kirche Bonfim, gelegen auf der Itapagipe-Halbinsel. Man erreicht sie – wie so ziemlich alles in brasilianischen Großtstädten – am besten mit Uber. Alternativ gibt es einen Bus vom Mercado Modelo, der in Richtung Ribeira fährt.

Basílica do Senhor do Bonfim

Bunte Glücksbändchen – die Fitas von Salvador

Wenn es euch bis dahin nicht schon aufgefallen ist, dann ist es hier garantiert nicht mehr zu übersehen: Die vielen kunterbunten Bändchen!

Diese gibt’s in Salvador an jeder Straßenecke und sind mittlerweile zu einem Symbol der Stadt geworden. Sie heißen Fitas bzw. Fitinhas (in der verniedlichten Form) und sollen Wünsche in Erfüllung bringen.

Fitas bzw. Fitinhas in Salvador da Bahia

Jede Farbe hat eine andere Bedeutung, so steht z.b. hellblau für Frieden und rot für Leidenschaft. Wichtig ist, dass jemand anderes das Band an deinem linken Handgelenk befestigt – und es muss von alleine wieder abfallen, erst dann gehen die Wünsche in Erfüllung!

Wer nicht solange warten möchte, kann sein Bändchen aber auch an eben dieser Kirche (dieser Name steht auch auf allen Bändchen) anbinden. Dort wimmelt es nur so von den bunten Glücksbringern.

Meine sind nach knapp drei Monaten immer noch nicht abgefallen – ich hoffe, bald ist es soweit, damit meine Wünsche in Erfüllung gehen. Und natürlich auch, damit ich nicht so aussehe als wäre ich permanent auf irgendwelchen Festivals ;-).

Auf einen kleinen Abstecher in die Bucht

Wenn ihr euch ausreichend mit Glücksbändchen versorgt habt und vielleicht auch einen kurzen Blick in die Basílica geworfen habt oder Selfies mit den bunten Bändern geschossen habt, könnt ihr links hinter der Kirche die Ladeira do Porto da Lenha hinabsteigen zu einem schmalen Strandabschnitt mit kleinen Buchten.

Hier sitzen die Einheimischen auf Plastikstühlen und grillen oder trinken Bier. Links herum gibt es eine Art „Biergarten“ – wer also Lust auf eine Erfrischung hat, gesellt sich einfach zu den Brasilianern: Gute Laune und musikalische Untermalung inklusive.

Bier wird hier meistens in 600 ml Flaschen serviert – und natürlich eisgekühlt

Rechtsherum gelangt man zu Eisdielen und kleinen Bistros, in denen man ein leckeres Acai-Eis genießen kann. Wer Lust hat, kann auch eine größere Runde drehen. Wir machen uns aber auf den Weg zurück zur Kirche, dann wir wollen noch weiterlaufen bis Monte Serrat.

Von Bonfim zum Forte de Monte Serrat

Zurück an der Basílica geht’s weiter in die anderen Richtung – weg von der Kirche in Richtung des Stadtteils Monte Serrat. Am besten nehmt ihr die leicht den Berg hinaufgehende R. Teodósio Rodrigues de Faria und haltet euch links, um anschließend die R. Plínio de Lima entlangzulaufen.

Das schöne daran: Hier spielt das normale Leben Salvadors, die Straßen sind dennoch ruhig, hier und da sitzt ein Renter im Schatten und beobachtet die Szenerie (in Deutschland sitzen die ja bestimmt wegen des schlechten Wetters immer am Fenster und beobachten die Leute).

Nach nur wenigen Minuten stoßen wir auf einen kleinen Pre-Karnevalsumzug, der mal eben ein paar Straßen in Monte Serrat lahm legt. Und sofort ist man wieder mittendirn: In den Trommelklängen, den Tänzen, der puren Lebensfreude. Einfach so, weils Spaß macht (und weil man ja üben muss für Karneval…).

Forte de Monte Serrat

Nach einem ca. 20 minütigen Spaziergang über die R. Rio Sao Francisco erreicht ihr das Forte de Monte Serrat. Besonders schön ist dieser Ort bei Sonnenuntergang, wenn die untergehende Sonne die Festung und die Bucht von Boa Viagem in ein goldenes Licht taucht.

Forte de Monte Serrat
Strand von Boa Viagem
As I said – geht immer 😉

Von Monte Serrat nach Boa Viagem

Wer noch Lust hat, geht einfach die Küstenpromenade oder am Strand entlang weiter nach Boa Viagem. Am Strand von Boa Viagem sind größtenteils Einheimische, die eine Abkühlung suchen.

Nach einem kurzen Walk erreicht man die Igreja da Boa Viagem. Vor ihr liegt ein Platz, auf den viele Open-Air-Parties stattfinden, nicht nur zur Karnevalszeit und nicht nur am Wochenende. Auch in den Abendstunden knallt hier die Sonne noch ganz schön.

Igreja da Boa Viagem
Viewpoint Boa Viagem

Von Boa Viagem zurück nach Pelourinho

Nach unserem schönen Spaziergang wurde es schon langsam dunkel und wir entschlossen uns, zurück zum Pelourinho zu fahren. Das geht natürlich mit Uber (wenn man schlau ist, und eine brasilianische Internetkarte hat) oder mit dem Bus, wenn man nicht so schlau war eine zu kaufen – so wie wir.

Nach ein paar Minuten random Umherlaufen fanden wir auch eine Bushaltestelle. Und warteten. Und warteten. Und warteten…

Schon bald kamen wir ins Gespräch mit zwei Brasilianern – es ging um Fußball, Confiserie, Deutschland, Brasilien, Familie, Karneval und das Wetter – ohne das wir die gleiche Sprache sprachen. Und das über eine Stunde, denn: Es war ein Sonntag, und der Bus fuhr nicht so oft am Tag. Es war sehr unterhaltsam in unserer zusammengewürfelten Sprache und wilder Gestikulation.

Da habe ich herausgefunden: Wenn man Spanisch mit einem schwäbischen Dialekt ausspricht, kommt es dem Portugiesischem recht nah 😉

Als der Bus endlich kam, durften wir sogar kostenlos mitfahren bis zum Mercado Modelo! Es war eine lustige Fahrt, auch wenn ich ein paar Mal fast vornübergefallen wäre, weil der Busfahrer so scharf bremste und anschließend lautstark über denjenigen fluchte, der ihn ausgebremst hatte.

Ciao!

Aber alles gut, oder wie man hier sagt: Tudo bem em Belem – oder eben tudo bem in Salvador!

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