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Das Pantanal – viel Grün und ein dickes, süßes Tier

Das Pantanal in Brasilien wird aus Zeitgründen oft mal übersprungen – denn meistens muss man sich wegen der kurzen Aufenhaltsdauer entscheiden: Amazonas oder Pantanal?

Vom Amazonas und dem riesigen Regenwald hat man schon so viel gehört – viele entscheiden sich deshalb für eine Dschungeltour. Allerdings: Wer mehr Tiere sehen möchte und knalligere Farben, sollte das Pantanal wählen. Und wer weiß: Vielleicht trefft ihr sogar einen Jaguar, denn diese sind im Pantanal heimisch. Und wer sich gerne einmal wie ein richtiger Cowboy fühlen möchte, ist hier ebenfalls gut aufgehoben.

Campo Grande – das Pantanal von unten aufzäumen

Es gibt zwei Ausgangspunkte für Touren ins Pantanal. Cuiabá im Norden vom Pantanal und Campo Grande im Süden vom Pantanal. Cuiabá ist näher am Pantanal dran, von Campo Grande aus starten meistens etwas günstigere Touren. Aber letzten Endes würde ich es davon abhängig machen, welche Bus- oder Flugverbindung besser in euren Reiseplan passt.

Der Flughafen von Campo Grande ist klein. Wir landeten gleichzeitig mit einem 15-Jährigen brasilianischen Popstar und uns wurde klar: diese krasse Aufmerksamkeit am Gate war wohl doch nicht für uns.

Campo Grande an sich ist eine normale Stadt. Zu normal. Mit anderen Worten: Langweilig. Was kann man hier machen? Die Geschäfte machen früh zu. Außer in der Shopping Mall, aber die ist sehr kalt.

Parque das Nacoes Indíginas

Man könnte in den Parque das Nacoes Indíginas gehen und den Brasilianern beim Joggen zusehen und sich die Skulpturen ansehen. Und sich die süßen, fetten Tiere ansehen. Aber dazu gleich mehr. Euer Herz wird aufgehen!

Von Campo Grande ins Pantanal sind es vier Stunden Fahrt. Um uns herum wird es immer grüner. Die Straße ist gut ausgebaut, ein Stückchen weiter noch und man stünde schon in Bolivien. Ach Bolivien!

Impressionen vom Pantanal

Es geht los – kaum aus dem Auto raus, geht’s schon auf ein Boot…na das hatten wir ja lang nicht mehr ;-). Gemächlich schippern wir über das braune Wasser – ich bin so erschöpft, dass ich beinahe einschlafe. Wir erreichen eine Stelle ohne Piranhas und dürfen schwimmen. Ich hoffe, hier sind dann auch wirklich keine Piranhas.

Und während wir so vor uns hinschippern, steht es auf einmal da: Das süßeste dicke Tier, das ich je gesehen habe! Ich brauche mehrere Tage um mir den Namen zu merken: Capivara. CA-PI-VA-RA. Ich stelle mir vor, wie das jemand in so einer Werbung sagt, um einen schwierigen Inhaltsstoff eines Pflegeproduktes zu betonen.

Capivaras sehen aus wie überdimensionale große Hamster. Und sie sind schüchtern. Am liebsten hätte ich eines als Kuscheltier mitgenommen. Die gehen auch so süß. Hier eine kleine Capivara-Collection für euch!

 

Ein Capivara im Parque das Nacoes Indíginas in Campo Grande -leider wollte es sich nicht streicheln lassen

Aber im Pantanal gibt es natürlich noch viele andere Tiere. Bekannt ist das Pantanal nämlich eigentlich für den Jaguar. Leider haben wir keinen zu Gesicht bekommen und zum Glück haben wir ihn dann auch nicht aus Versehen zu Gesicht bekommen.

Natürlich gibt es auch in den Gewässern des Pantanals Piranhas. Und ja, ihr seht richtig, wir stehen hier in einem Fluss, in dem Piranhas schwimmen, die wir gerade angeln. Irgendwie gruselig. Man kann sogar weiter reingehen zum Angeln, aber dann sollte man Socken tragen. Wenn mir jemand verraten kann, warum das die Piranhas abhält, mir den Zeh abzubeißen, gerne in die Kommentare schreiben. Piranha gegrillt gefällt mir irgendwie besser:

Es gibt im Pantanal aber auch noch ein paar Gesellen, die ebenfalls gerne Piranha-Reste essen. Und das sind die Kaimane. Nachts funkeln tausende Kaiman-Augen in den Sümpfen des Pantanals. Nachts sind die Kaimane auch aktiv und jagen. Tagsüber chillen sie und beobachten dich dabei, wie du Piranhas fischst.

Hier gibt’s anscheinend was Leckeres zu holen

Das Pantanal kann man herrlich auf dem Pferderücken erkunden. Aber gut mit Sonnencreme einschmieren – die Sonne knallt. Und auf die Sonnencreme noch schön Mückenspray!

Wir reiten durch die Prärie, durch Wäldchen und Flüsse. Man fühlt sich glatt wie ein Cowboy bzw. Cowgirl. Mein Pferd ist mal leider wieder das komischste von allen. Es hat einfach keinen Bock. Kommt mir bekannt vor. Sein Name heißt übersetzt „Puppe“. Verhält sich auch so.

Von der Natur her empfinde ich das Pantanal als viel gehaltvoller, kräftiger, farbenfroher. Das Pantanal ist kein Dschungel, es ist vielmehr eines der größten Feuchtgebiete der Erde. Hinter den Palmenzweigen und Blättern versteckt sich eine prächtige Flora und Fauna.

Feindliche Übernahme: Hier wird gerade eine Palme von einem Parasitenbaum getötet. Also was heißt gerade, über die Jahre hinweg wird sie von dem Parasitenbaum eingenommen. Gruselig, sieht aber schön aus!

 

Das begeistert nicht nur die großen Ranger, sondern auch die kleinen:

 

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