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Slowakei: Das vergessene Land im Herzen Europas

Fahr nicht nach Bratislava. Ich meine natürlich: Fahr nicht nur nach Bratislava! Es folgt die Frage: Was ist denn drumherum? Die Antwort ist: Ein großer, weißer Fleck auf der bunten Europa-Karte. Man nennt ihn Slowakei.

Die Slowakei ist nicht Slowenien

Es ist schon ein bisschen unfair. Da fährt man in den wohlverdienten Urlaub, und keiner weiß, wohin. „Viel Spaß in Slowenien“ wünschen die meisten. Aber ich fahre doch gar nicht nach Slowenien. Die Slowakei grenzt nicht einmal einen Milimeter an dieses Land. Und gleich sind sie definitiv auch nicht.

Nachdem dieses Missverständnis endlich aus dem Weg geräumt ist, schwirren weiterhin Fragezeichen durch die Luft. Schnell nochmal bei Google Maps nachschauen, wo die genau liegt, diese Slowakei. Ahhh, zwischen Österreich, Ungarn, der Ukraine, Polen und Tschechien. Aber Tschechisch wird hier auch nicht gesprochen. Und wird hier – wie in Tschechien – viel Bier getrunken?

Ich gebe zu – mir ging es am Anfang ganz genauso. Ich wusste rein gar nichts über die Slowakei, konnte bis vor kurzem außer Bratislava keinen andern Ort in dem Land benennen. Und jetzt muss ich eine Lanze brechen für dieses wundervolle Land – denn es ist das perfekte Reiseland für Naturliebhaber, Cityhopper, Burgenfans, Weintrinker, Wanderer, Familienurlauber, Sparfüchse, naja, sagen wir: Für fast jeden!

Die Slowakei: Natürlich schön

Wusstet ihr, dass die Slowkaei eines der am meisten bewaldeten Gebiete Europas ist? Damit liegt das Land hinter Schweden und Österreich auf Platz drei im europäischen Vergleich.

Und damit nicht genug: Ihr findet hier neun Nationalparks, in denen ihr euch an der frischen Luft austoben könnt, sowie unzählige Seen und Flüsse. Das Beste daran ist aber: Ihr habt vieles davon für euch alleine, denn die meisten Wanderer und Outdoorfans bevorzugen das angrenzende Österreich als Urlaubsziel.

Burgen, soweit das Auge reicht

Am Anfang ist man noch total begeistert, später wird es geradezu normal, dass jede Stadt ihre Burg hat und ihr auf gefühlt jedem Hügel eine Burg erspäht. Kein Wunder: Schließlich gibt es in der Slowakei über 200 Burgen und Schlösser!

Gepflegte Städte, entspannte Menschen

Wenn ich eines über die Slowakei sagen kann, dann, dass die Innenstädte sehr gepflegt sind. Hundekot? Müll? Das findet man in slowakischen Städten verhältnismäßig wenig auf den Straßen. Die Stadtkerne sind oft restauriert und gut erhalten. Industriegebiete und Wohnungen finden sich meist als „Anbau“ außerhalb des Stadtkerns.

Die Slowaken sind sehr höflich und entspannt. Hier wird man so gut wie nie nervig auf der Straße angesprochen und die meisten freuen sich, Reisetipps für ihr Land weiterzugeben.

Altstadt von Trencin

Wein oder Bier?

Ich gebe zu, bevor ich in der Slowakei war, bin ich immer fest davon ausgegangen, dass die Slowakei ein Bierland ist. Ich habe da wahrscheinlich immer an Tschechien gedacht. Obwohl Bier hier des öfteren günstiger als Wasser oder Limo ist: Die Slowakei ist ein Weinland. Im Süden des Landes wird Wein angebaut. Das Bier hingegen wird zum größten Teil aus Tschechien importiert.

Ist die Slowakei sicher?

Ich habe mich in der Slowakei sehr sicher gefühlt. Als Frau kann man ohne Probleme nachts durch die Straßen gehen, blöde Anmachen haben wir nicht erlebt. Außerdem ist das Straßennetz modern und gut ausgebaut. Einmal hatte meine Reisebegleitung in einem Café Geld vergessen – die Betreiber haben es ihr ohne Probleme überwiesen.

Altstadt von Bratislava

Anreise in die Slowakei – über Bratislava oder Wien?

Zu Corona-Zeiten gab es am Bratislava-Flughafen pro Tag in etwa sechs Starts und Landungen. Jetzt könnt ihr vermuten, welches die bessere Variante ist, in die Slowakei zu kommen. Viele reisen mit dem Auto an, aber wenn ihr von weiter wegkommt, empfehle ich euch nach Wien zu fliegen. Die Flüge sind viel günstiger und es gibt mehr Verbindungen am Tag.

Von Wien kommt ihr ganz leicht nach Bratislava. Fast stündlich fährt ein Bus vom Flughafen Wien in die Innenstadt von Bratislava (Flixbus oder Slovak Lines). Die Fahrt dauert gerade einmal 45 Minuten und kostet nur etwa fünf Euro.

 

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