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Wie ist es eigentlich so… von Bettwanzen befallen zu werden?

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Leute, ich bin mir sicher, der ein oder andere hat das schonmal erlebt. Und ihr werdet mir alle beipflichten: Der Tag, an dem die Bettwanzen kommen, ist der Tag, an dem man sich in ein paranoides Monster verwandelt!

Einer Bettwanze ist es egal, ob dein Hotel teuer ist!

Bevor der Tag meiner Verwandlung kam, schlief ich an allen möglichen Orten: In Hotels, in 12-Bett-Zimmern, auf dem Boden, auf dreckigen, blutigen Matratzen, im Dschungel, im Zelt, in teuren Unterkünften, in billigen Unterkünften, in kostenlosen Unterkünften. Nie ist etwas passiert.

Denn einer Bettwanze ist es herzlich egal, ob sie dein Blut in einem Fünf-Sterne-Hotel aussaugt oder in der Hängematte. Bettwanzen gibt es in den besten Unterkünften – wenn du viel für eine Unterkunft bezahlst, heißt das nicht, dass es dort keine Bettwanzen geben kann.

Viele Menschen denken, dass Bettwanzen ein Zeichen mangelnder Hygiene sind. Das ist falsch – Bettwanzen kommen in den gepflegtesten Räumlichkeiten vor! Für sie spielt Sauberkeit keine Rolle.

Meine erste Bettwanze

Meiner ersten Bettwanze begenete ich in Manaus, Brasilien. Sie war mausetot. Ich wusste nicht, dass es eine Bettwanze war und ich ging davon aus, dass ein totes Insekt eher ein gutes Zeichen war. Weit gefehlt!

Ich googelte. Und fand ein Bild – es war doch eine Bettwanze. Langsam wurde ich panisch – denn auch tote Bettwanzen und -häute deuten auf einen Befall hin. Sofort schossen mir Bilder von befallenen Matratzen, rotierender Waschmaschinen, eingesprayten Rucksäcken in den Kopf. Panik hoch 10!

Was tun? Ich ging auf die Suche nach weiteren Bettwanzen. Ich rechnete jeden Augenblick damit, eine weitere zu entdecken, aber ich fand nichts. Vielleicht doch nur Einbildung?

Paranoia

Am nächsten Morgen fand ich auf dem Badezimmerboden eine Bettwanzenhaut. Hah! Wusste ich’s doch – diese Mistviecher waren unter uns! Ich ging zur Rezeption. Auf dem Weg dorthin sah ich auf dem Flur eine Matratze stehen. Wir schienen wohl nicht die einzigen zu sein.

An der Rezeption wurde mir geraten, meine Matrtze doch mal umzudrehen. Kein Kommentar.

Resigniert kehrte ich ins Zimmer zurück und redete mir ein, dass ich ja noch keine lebendige Bettwanze gesehen hatte.

Signs

In der Nacht schlief ich schlecht. Ich wälzte mich hin und her, es war super heiß und ich hatte das Gefühl, von Bettwanzen umzingelt zu sein. Der nächste Morgen begann mit einem Schrei, der meine Freundin aus dem Schlaf riss.

Diese Mistviecher hatten meinen Körper zerstört! Viele Stiche zierten mein Bein, angeordnet in sektenhaftigen Symbolen, alle Stiche in akkuraten Abständen aneinander gereiht, wie bei diesen Symbolen auf den Maisfeldern.

Mein Bein zierte ein gleichmäßiger Kreis aus vielen Stichen. Denn daran erkennt ihr unter anderem den Unterschied zu Mückenstichen: Bettwanzen sind solche gruseligen Tiere, dass die nicht wild drauflos stechen, sondern Stich an Stich sauber aneinanderreihen. Die planen ihre Zerstörung auf die perfidesete Weise! Und diese Stiche juckten unfassbar!

Das bedeutete: Krieg!

Krieg – aber wie?

Aber wie erklärt man einen Krieg, wenn die Dinger sich nicht zeigten? Ich räumte meine ganzen Klamotten aus dem Rucksack, begutachtete jedes Teil ausführlich. Ich stellte alles auf den Kopf. Aber ich konnte mir nicht sicher sein, ob nicht doch noch eine da war. Oder ob nicht inzwischen irgendwelche Bettwanzen-Eier im Rucksack waren.

Also schnappte ich meine Klamotten und ließ sie im Hostel waschen. Doch das Hostel wusch die Kleidung nicht heiß genug. Mindestens 50 oder 60 Grad heiß muss die Kleidung gewaschen werden. Anschließend packte ich die Sachen in unterschiedliche Plastiktüten.

Ich hatte noch ein paar Wochen vor mir, und ich wurde zu einem paranoiden Monster. Ich konnte eh nicht wirklich was machen – vielleicht war das sogar das Schlimmste an der ganze Sache. Wir reisten weiter und jedes Mal begutachtete ich meine Sachen und Umgebung auf’s Genauste – wie ein Psychopath. So richtig loswerden konnte ich die Viecher erst zu Hause, mit allen Utensilien, die man so braucht – das wurde mir nach und nach immer bewusster.

Die Bettwanzen-Quarantäne – oder: Wie werde ich die Viecher wieder los?

Ein großer Dank an meine Eltern – denn sie hatten vor meiner Rückkehr meinen Flur in eine Art Isolierstation verwandelt – mit auslegeten Plastikfolien, Sprays, Plastiktüten. Auch mit dem Hintergrund, dass ich schön in meine eigene Wohnung gehe und nicht mit dem ganzen Bettwanzenkram vor ihrer Haustür stehe.

Das hört sich jetzt übertrieben an, aber ich kann euch nur raten: Lieber klotzen als kleckern! Denn wenn ihr Bettwanzen einmal in der Wohnung habt, werdet ihr die alleine nicht mehr los. Dann muss der Kammerjäger kommen.

Wie rottet man verünftig aus? Erst einmal: Alles bleibt vor der Tür. Ja, auch die Klamotten, die man gerade trägt! Darin kann sich nämlich auch die ein oder andere Bettwanze versteckt haben. Lasst ebenfalls den Rucksack vor der Tür, schleppt nicht die ganze Bettwanzenverwandschaft in die Wohnung. Ich musste meinen Rucksack eh wegschmeißen, da er große Löcher hatte und das Flughafenpersonal den teilweise schon mit Klebeband zugeklebt hatte. Also ab in die Plastiktüte und in den Müll – oder alternativ ins TK-Fach.

Ja, denn kommen wir zu dem wichtigsten Punkt: Bettwanzen sind richtige Diven! Die mögen es nicht zu heiß und nicht zu kalt! Wascht alle eure Klamotten auf 60 Grad – ja ich weiß, da läuft das ein oder andere Teil auch mal ein. Ich war auch ein bisschen traurig, aber immer noch besser als die Vorstellung, dass diese Tiere bei mir einziehen (die sehen ja auch noch so richtig unheimlich aus).

Kleinere Dinge wie Portemonnaie und Schuhe könnt ihr ein paar Tage im Tiefkühlfach einfrieren. Alles was ihr wegschmeißt, am besten in Plastiktüten abpacken, damit die Tiere nicht im Müllcontainer weiterleben und sich verbreiten. Zusätzlich könnt ihr Taschen, Schuhe und Rucksack mit einem speziellen Spray einsprayen.

Habt ihr noch weitere tolle Tipps? Schreibt sie in die Kommentare!

 

 

 

 

3 Gedanken zu „Wie ist es eigentlich so… von Bettwanzen befallen zu werden?

  1. Oh je, ich kann deine Panik gut verstehen. Mich haben sie mal in Thailand heimgesucht. Ich konnt e kein Auge zu machen und es war niemand an der Rezeption. Bei meinen Nachbarn in Zürich musste ein mal der Kammerjäger kommen, da sie letzen Sommer mit Bettwanzen zu kämpfen hatten. Die sind wirklich hartnäckig.

    1. Oh man, das hört sich ja gar nicht gut an! Kammerjäger ist auch heftig, aber manchmal geht es gar nicht anders. Vielleicht gibt es ja eines Tages ein Wundermittel dagegen 🙂

  2. Da meine Oma gerne mehr zum Thema Bettwanzen wissen wollte und sie den PC nicht bedienen kann, bin ich echt froh, dass ich diesen Artikel gefunden habe. Die Informationen werden meine Oma interessieren. Jetzt wo ich das alles lese, bin ich auch interessiert.

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