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Äthiopische Küche: Essen & Trinken in Äthiopien

Was isst man eigentlich in Äthiopien? Das Land ist ja eigentlich eher durch Hungerskatatrophen und Dürren bekannt – aber Äthiopien hat eine ganz fabelhafte Küche! Naja – sagen wir zumindest teilweise.

Teff – der Stoff, aus dem Teig gemacht ist

Hauptbestandteil der äthiopischen Landesküche ist vor allem Injera – das ist so etwas wie ein feuchter Sauerteigpfannkuchen. Er besteht aus Teff, eine Getreideart, die fast nur in Äthiopien angebaut wird (und glutenfrei ist!).

Injera wird in großen handgepflochtenen Körben serviert. Auf diesem „Pfannekuchenteig“ befinden sich – je nachdem, was man bestellt – kleine Häufchen Fleisch, Gemüse, Salat oder Soße.

Injera

Gegessen wird mit der Hand – mit der rechten Hand! Dazu nehmt ihr ein Stück Injera, klaubt damit etwas von den Häufchen auf, versucht es so kompakt wie möglich zusammenzurollen und steckt es in den Mund.

Der Frische-Faktor

Das äthiopische Essen hat einen entscheidenen Vorteil. Da die industrielle Produktion zu teuer ist, kann man sich ziemlich sicher sein, dass das Essen frisch zubereitet ist – da günstiger.

Nehmen wir beispielsweise Pommes: Es ist einfach günstiger, die Kartoffeln frisch zu schneiden, als Tiefkühlpommes zu kaufen. Das Gleiche gilt auch für Früchte, Mangos und Zitrusfrüchte gedeihen hier beispielsweise ganz hervorragend.

Straßenstand in Debre Markos

Äthiopien – kein Land für Fastfood-Junkies

Fastfood-Fans aufgepasst: Wenn ihr nicht ein paar Wochen auf McDonald’s und Co. verzichten könnt, ist Äthiopien nicht euer Reiseland!

Denn tatsächlich gibt es nur eine einzige internationale Fastfood-Kette, die eine Filiale in Äthiopien – in Addis Abeba – hat, und das ist Pizza Hut.

Pizza Hut liegt etwas außerhalb des Zentrums in einer neu gebauten Shopping Mall – ihr erreicht es mit der Stadtbahn. Vorsicht: Die Gegend, in der Pizza Hut liegt nennt sich C.M.C. – dies ist aber nicht die richtige Haltestelle! Aussteigen müsst ihr eine vorher bei „St. Michael“.

Ob es sich lohnt oder nicht – nunja, es ist eben Pizza Hut und wenn man mal wieder Lust auf westliches Essen hat, dann kann einen der Hunger schon einmal dorthin treiben. Allerdings – surprise – verhältnismäßig teuer und größtenteils nur Expats dort.

Vielleicht glaubt ihr mir auch nicht und habt gerade einmal bei Google Maps reingeschaut nach Burger King und Co. Dann könnte es sein, dass ihr in eine kleine Falle tappt 😀

„Burger King“

Fleisch von magersüchtigen Rindern: Filet oder doch schon Schuhsohle?

Mit dem Fleisch in Äthiopien ist das so eine Sache. Die Karten sind voll mit Fleischgerichten, die sich ganz gut anhören und wenig kosten.

Doch oft erhält man sehr zähes Fleisch, das eher nach Schuhsohle schmeckt. Kein Wunder, sind die Rinder doch oft bis auf die Knochen abgemagert. Daher: Nicht zu früh freuen, was das Fleisch betrifft.

Schwarzwälder-Kirsch ohne Kirsch: Mit Äthiopiern ist nicht gut Kuchen backen

Äthiopien und Kuchen – eine schwierige Angelegenheit. Gut, zugegebenermaßen ist Äthiopien jetzt auch nicht unbedingt berühmt für seine Backkreationen.

Nichtsdestotrotz gibt es einige kleine Bäckerein und Cafés, die Kuchen anbieten. Kuchen, die unterschiedlich aussehen, aber eigentlich alle gleich schmecken und vermutlich sogar aus dem gleichen Teig bestehen.

Bäckerei in Aksum

Besonders beliebt: Blackforest Cake. Ähm ja. Hinterher lacht man eigentlich nur noch, wenn man irgendwo „Blackforest Cake“ liest. Es ist im Prinzip ein Rührkuchen, ein heller Rührkuchen, dem ein Hauch Kakao? Oder irgendetwas anderes Dunkles hinzugefügt wurde. Das Pendant dazu ist „White Forest Cake“ – hahaha. Das ist dann der Rührkuchen. Genauso wie sämtliche andere Kuchen, die haben dann einfach nur eine andere Form.

Es gibt auch besonders liebevolle Bäckerreifachverkäuferinnen, wie eine in Axum, die voller Aufregung, dass wir ihren Laden gefunden hatten, erst einmal in ihrer Backstube verschwand und gefühlte zehn Minuten lang irgendwelches süßes, pinkes Fondant auf – richtig, den Rührkuchen – spritzte. Es war wirklich richtig lieb gemeint – aber schmeckte schon echt grenzwertig.

Also an alle Naschkatzen da draußen: Bäckereien sind nicht das Gelbe vom Ei in Äthiopien.

Der Kuchen

Kaffee: Dunkles Gold aus dem saftigen Hochland

Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffeebaus. Wenn ihr im Land unterwegs seid, werdet ihr immer eine Gelegenheit für ein kleines Käffchen haben – für umgerechnet gerade einmal 20 Cent.

Kaffee in Äthiopien

Serviert wird das braune Gold in kleinen, bunt verzierten Tassen wie hier auf dem Bild. Während der Kaffeezeremonie liegt getrocknetes Gras auf dem Boden, die Bohnen werden in einer kleinen Pfanne geröstet. Am Ende wird der fertige Kaffee mit einer langhalsigen Kanne auf die Tassen verteilt.

PS: Ähnlich wie in Kolumbien trinken die meisten Äthiopier ihren Kaffee schwarz mit vieeeeel Zucker.

Fruchtrausch – Äthiopien ist ein Paradies für Fruchtsaft-Fans

Zu jedem Essen – oder zum Nachtisch – gehört ein frisch gepresster Saft. Egal ob Mango, Avocado, Banane – die frischen Säfte schmecken einfach super lecker und intensiv. Und das beste daran: Man kann sie wie gewünscht mischen, z.B. Mango mit Avocado. Die Säfte sind so dickflüssig, dass sich verschiedenfarbige Schichten bilden – also auch optisch ein Genuss.

Fruchtsaft im Kuda

Falls ihr in Axum seid, solltet ihr unbedingt bei „Kuda“ vorbeischauen. Hier gibt es nicht nur den besten Mangosaft der Stadt, sondern auch leckere Pizzen und Burger. Und man sitzt ganz entspannt zwischen vielen Pflänzchen!

Cheers! – Auch in Äthiopien gibt es Bier

…und das schmeckt eigentlich gar nicht mal so schlecht – okay, natürlich nicht alle Sorten, deshalb habe ich mal ein bisschen getestet. Kann man mal machen so für 50 Cent pro Flasche!

Apropos Flasche, da fällt mir noch etwas ein. In Äthiopien gibt es doch tatsächlich Flaschenpfand im Supermarkt. Das bekommt ihr aber nicht ausgezahlt, sondern ihr könnt dann nur eure alte Flasche gegen eine neue volle eintauschen.

Zurück zum Bier: Die bekanntesten Sorten sind u.a. St. George, Walia, Amber, Dashen und Meta. Ich bin ja keine Expertin, aber Walia ist echt schon verdammt lecker. Ziemlich lecker…! Haben meine hochsignifikanten Testergebnisse gezeigt.

Biertasting

Ach übrigens: Am Ende hat sich herausgestellt, dass Walia in Äthiopien von Heineken gebraut wird. Der Name leitet sich von Walia Ibex ab – ein Steinbock, den es nur in Äthiopien gibt.

Ebenfalls interessant: In Äthiopien ist beim Thema Craft Beer ganz weit vorne mit dabei. Was es damit auf sich hat, lest ihr hier!

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