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„Maybe yes, maybe not“: Mietwagen ausleihen in der Slowakei

Der Typ von der Mietwagenfirma hörte sich an, als wäre er gerade aus einem tiefen Koma erwacht. Die Frage war nicht ob, sondern welche Drogen seinen Zustand verursacht hatten. Jedenfalls war er nicht da, wo er sein sollte. Nämlich bei unserem Mietwagen.

Wie das am Ende ausgegangen ist – weiter unten. Nun erstmal zu den hard facts für den Mietwagenverleih in der Slowakei:

Slowakei: Mietwagen oder Öffentliche Verkehrsmittel?

Wer mich kennt, weiß, dass ich im Urlaub (und auch nur da ;-)) ein großer Fan öffentlicher Verkehrsmittel bin. Man kommt schneller in Kontakt mit Menschen, es ist oft günstiger und spannender!

Für die Slowakei empfehle ich aber, einen Mietwagen auszuleihen. Die Preise sind niedrig und auch die Benzinkosten sind deutlich geringer als in Deutschland.

Der wichtigste Grund ist aber: Es gibt unterwegs so viel zu sehen. Eine Burg hier, ein See dort. Es gibt einfach viele Orte und auch Städte, die man wunderbar für ein paar Stunden besuchen sollte, aber es sich nicht lohnt, dort zu übernachten. Mit dem Auto ist man sehr flexibel, und: Die Strecken durch die Nationalparks und Berge sind einfach schön zu fahren.

Wie sind die Straßen in der Slowakei?

Die Straßen in der Slowakei sind sehr gut. Das Autobahnnetz ist gut ausgebaut und sehr gepflegt, man darf hier 130 km/h fahren. Die Straßen in den Bergen und in den Nationalparks haben zwar ein paar Kurven und sind etwas schmaler, aber man muss nie Angst haben. Der Asphalt ist auch auf diesen Straßen gepflegt und die Slowaken fahren sehr vorbildlich.

Außerdem sind generell eher wenig Autos unterwegs. Wir sind die angeblich „schlimmste“ Straße gefahren: Da waren ein, zwei Schlaglöcher (die auch noch rot markiert waren) – in anderen Ländern (wie z.B. in Georgien oder Äthiopien) wäre diese Straße wahrscheinlich als einer der besten bezeichnet worden.

Was auffällt: Die Slowaken reparieren anscheinend die Schlaglöcher auf den Straßen sofort! Es gab viele gestopfte Schlaglöcher, aber ganz selten ein offenes.

Brauche ich in der Slowakei ein 4×4 oder Geländewagen?

Nein, in der Slowakei ist ein kleines Stadtauto total ausreichend. Auch in den Bergen kommt man gut voran und, wie oben bereits beschrieben, sind die Straßen in einem sehr guten Zustand.

Brauche ich eine Vignette in der Slowakei?

Für die Autobahnen in der Slowakei benötigt man eine Vignette. Sie kostet ca. 15 Euro für zehn Tage. Es handelt sich um eine sogenannte E-Vignette, d.h. das Kennzeichen wird registriert, aber es muss kein „Sticker“ an die Scheibe geklebt werden.

Bei den meisten Mietwagenfirmen ist die Vignette aber im Mietpreis enthalten, sodass ihr euch nicht extra darum kümmern müsst. Fragt aber vorsichthalber noch einmal nach. Falls sie nicht enthalten ist, kann man sie ganz einfach online beantragen.

mit der gelben Knutschkugel unterwegs im slowakischen Gebirge

„Maybe yes, maybe not“ – unser Freund, der Autovermieter

Ja, da standen wir also am Bratislava Airport. Wir, die super pünktlichen Vorzeigedeutschen. Und kamen nicht vom Fleck. Nachdem wir den Typen dreimal angerufen hatten, fand er schließlich den Weg zu uns.

Ich weiß nicht, was er am Vorabend gemacht hatte, aber es schien heftig gewesen zu sein. Er murmelete irgendwas von Unfall, aber besonders glaubwürdig klang das nicht. „Falls was ist, meine Numemr habt ihr ja anscheinend und wisst, dass sie funktioniert“, sagte er sichtlich genervt. So schnell es ging, schickte er uns ganz weit weg Richtung Mietauto und verschwand im Nu.

Dorfstraße in Cicmany

Den ganzen Urlaub über lief alles wie am Schnürchen (zum Glück, nicht auszumalen auf den Typen im Erntsfall angewiesen zu sein). Doch dann wollten wir das Auto am letzten Tag früher zurückgeben, als geplant. Hieß also: Wir mussten unseren Freund erneut kontaktieren.

Dieser ging ans Telefon, als hätte sämtliche Drogen auf einmal konsumiert. Es war 16 Uhr nachmittags, also nicht unbedingt die Uhrzeit, wo man mit so etwas rechnet. Auf die Frage hin, ob er denn am Flughafen wäre, um das Auto und die Schlüssel entgegenzunehmen, antwortete er nur lethargisch „Maybe yes, maybe not“.

Natürlich lief es auf „Maybe not“ hinaus. Die Schlüssel konnten wir aber zu Glück in einem Fach hinterlegen.

 

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