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Vevtschani: Unbeugsames Dorf mit eigenem Pass

Wir befinden uns im Jahre 2021. Ganz Nordmazedonien ist von …ja, eigentlich ist es von niemandem besetzt.… Ganz Nordmazedonien? Nein! Ein von unbeugsamen Vevtschaniern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling – der nicht existiert – Widerstand zu leisten.

Was hier beginnt wie die Geschichten der meisten Asterix-Comics, ist in Nordmazedonien Realität. Denn hier gibt es wirklich eine Art unbeugsames Dorf!

Es heißt Vevtschani und liegt in den Bergen Nordmazedoniens, unweit der Grenze zu Albanien. Wer den Ohrid-See in Nordmazedonien besucht und noch etwas Zeit übrig hat, kann dem sonderbaren Dorf einen Besuch abstatten.

Republik Vevtschani Vevcani Dorf eigener Pass Währung Flagge Nordmazedonien

 

Anreise: Vevtschani mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen

Da wir keinen Mietwagen hatten, mussten wir uns auf die kompliziertere Anreise mit dem Bus zurückgreifen. Um von Ohrid nach Vevtschani zu kommen, müsst ihr erst einmal mit dem Bus von Ohrid in die nächste größere Stadt – Struga – fahren.

Die Bushaltestellte befindet sich auf dem Bulvar Tursitischka, direkt vor dem Büro der Busgesellschaft Classic Company. Neben den normalen Bussen fahren hier auch Sammeltaxis nach Struga – und der Fahrpreis ist – egal ob Taxi oder Bus – immer der gleiche (20 MKD = 33 Cent).

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Nach etwa 20 Minuten erreicht ihr Struga, ab jetzt wird es kniffliger! Denn ihr müsst die richtige Haltestelle finden.

Die Busse nach Vevtschani fahren an der Haltestelle neben der St. Petka Kirche ab (wenn ihr vor der Kirche steht, rechts davon, Straße: Boro Hadzhieski).

Jetzt heißt es warten auf einen Bus, der ein Pappschild mit dem Namen Vevtschani trägt (kyrillisch: Вевчани), meistens ist der Bus gelb. Jetzt nur noch einsteigen, bezahlen und bis zur Endhaltestelle sitzen bleiben.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach

Kurz bevor ihr ankommt, passiert ihr das Eingangstor Vevtschanis – ja, Vevtschani hat als eigene Republik natürlich auch ein eigenes Tor. Es verheißt Großartiges und wird danach oft von einer leichten Enttäuschung begleitet.  Denn wenige Minuten später hält der Bus an einem ganz gewöhnlichen Dorfplatz, und man weiß nicht so recht wohin man denn nun laufen soll.

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Hat man den Eindruck, in einem anderen Land zu sein? Überhaupt nicht! Es sieht eigentlich aus wie vorher auch. Ein kleines Schild verweist auf die Quellen, einer der Hauptsehenswürdigkeit des 3000-Seelen-Dorfes.

Im ganzen Dorf das Rauschen und Plätschern der kleinen, sich durch die Straßen schlängelnden Bachläufe. Außerdem gibt es einen gut ausgebauten Spazierweg und beschauliche Picknickplätze entlang der Quellen.

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Um zu den Quellen zu gelangen, muss man aber einige Minuten steil bergauf wandern, es scheint als liege das gesamte Dorf an einem Hang. Die Besichtigung der Quellen kostet keinen Eintritt und ist ein netter Rundweg.

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Vevtschani: Dorf mit eigener Währung und eigenem Pass

Vevtschani hat sich nach der Lösung von Jugoslawien selbst zur Republik ernannt, und seitdem verfügen die Bewohner über einen eigenen Reisepass, eine eigene Währung (die allerdings nur symbolischen Wert hat) sowie eine eigene Flagge. 

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Touristen können den Reisepass für 180 MKD (ca. 3 Euro) erwerben (z.B. am Eingang zu den Quellen) – inklusive tagesaktuellem Einreisestempel. Leider gibt es keinen Ausreisestempel und auch sonst ist der Pass eher ein nettes Souvenir. Das gleiche trifft auf das Geld zu, aber dafür sieht es sehr hübsch aus!

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Wie kommt es, dass sich Vevtschani zu einer Republik erklärt hat?

Die Bewohner des kleinen Dorfes waren schon immer eigensinnig gewesen. Zu jugoslwaischen Zeiten sollten die berühmten Quellen zugunsten der Wasserversorgung des Umlands umgelitet werden. Doch die Bevölkerung lehnte sich erfolgreich dagegen auf.

Essen und Trinken in Vevtschani

Die Auswahl an Restaurants hält sich in Vevtschani eher in Grenzen. Um den Hauptplatz gibt es ein paar Lokale, weiter oben in der Nähe der Quellen gibt es ein Kulturrestaurant, welches allerdings geschlossen hatte, als wird dort waren.

Wer noch nicht allzu müde ist, kann einen kleinen Spaziergang entlang des rauschenden Baches zum Restaurant via Ignatia machen. Es befindet sich am unterstens Zipfel des Dorfes und wird von vielen Mazedoniern als Eventlocation benutzt. Das Essen ist sehr gut und günstig (was man gar nicht vermutet auf den ersten Blick).          

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